E-Piano und Klavierunterricht für Anton
Bei der Bayreuther Fahrrad-Stadtmeisterschaft hat der 11-jährige Anton den Verkehrserziehern der Polizei seinen größten Wunsch verraten: Klavier spielen lernen. Zusammen mit Round Table 98 haben sie ihm ein E-Piano und Klavierunterricht ermöglicht.
Ein Klavier für Anton
Angefangen hat alles bei der Bayreuther Stadtmeisterschaft im Fahrradfahren letztes Jahr. Die Verkehrserzieher Katja Hoppert und Christoph Thomsen von der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt lernten dort Anton kennen, damals Schüler einer Bayreuther Sonderschule. Er hatte sich als Klassensieger qualifiziert, konnte am Wettkampftag aber nicht teilnehmen, weil ein privater Termin dazwischenkam.
Für die beiden Polizisten war das keine Sache, die man einfach abhakt. Sie ließen Anton vormittags in einem eigenen Durchgang den Parcours fahren. Ohne Publikum, ohne offizielle Wertung, aber mit genauso viel Anerkennung. Für Anton war das mehr als nur ein nachgeholter Parcours.
Danach durfte er im geparkten Streifenwagen Platz nehmen und das Blaulicht einschalten. Die beiden fragten ihn: „Wenn du dir etwas wünschen dürftest, was wäre dein Traum?“ Antons Antwort kam sofort: „Ich möchte Klavier spielen lernen.“
Ein Satz, der hängen blieb. Anton hat es in seinen jungen Jahren nicht leicht gehabt. Er lebte bereits bei mehreren Pflegefamilien und wohnt aktuell in einem Kinderwohnheim. Dass ausgerechnet Klavierspielen sein Wunsch ist, hat uns berührt. Da steckt eine Sehnsucht drin, die über den Alltag hinausgeht.
Die Verkehrserzieher wandten sich an uns, den Round Table 98 Bayreuth. Wir haben ein E-Piano finanziert und dafür gesorgt, dass Anton auf unbestimmte Zeit Klavierunterricht bekommt. Kein einmaliges Geschenk, sondern etwas, das bleibt.
Die Übergabe war ein schöner Moment: Die beiden Polizisten fuhren einfach zu Anton ins Kinderwohnheim. Er wusste von nichts. Nur ein E-Piano im Gepäck. Die Freude war ihm direkt anzusehen.
Was uns an dieser Geschichte besonders freut: Sie zeigt, was passiert, wenn Leute nicht nur hinschauen, sondern auch handeln. Katja Hoppert und Christoph Thomsen machen Verkehrserziehung weit über ihren eigentlichen Auftrag hinaus. Sie nehmen sich Zeit, hören zu, und wenn sie helfen können, tun sie es. Dass wir als Round Table 98 diesen Impuls aufgreifen durften, ist genau das, wofür wir stehen: anpacken, wenn es zählt.
Vielleicht klingt es noch etwas holprig, wenn Anton zum ersten Mal die Tasten drückt. Aber er weiß jetzt, dass jemand an ihn glaubt. Und das ist ziemlich viel wert.
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Foto: Nordbayerischer Kurier.